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Die Knyszyner Heide liegt im Nordosten Polens und umfasst 11 Gemeinden: Janów, Sokółka, Knyszyn, Czarna Białostocka, Szudziałowo, Dobrzyniewo Duże, Wasilków, Supraśl, Krynki, Gródek und Michałowo. Charakteristisch für sie ist das besonders malerische Geländeprofil.

Dieser riesige Waldkomplex, der zu den besterhaltenen in Polen gehört, ist 126 Tsd. Hektar groß und umgibt rundbogenartig die Stadt Białystok. Es gibt hier den zweitgrößten Landschaftspark in Polen, zu dem 21 einzigartige Naturschutzgebiete gehören. Der sog. boreale Wald ist im Grunde genommen eine Taiga – ein dichter Nadelwald, der für Alaska, Sibirien, Skandinavien oder Kamtschatka typisch ist.

Auf dem Gebiet der Knyszyner Heide kreuzen sich Einflüsse vieler Kulturen, Religionen und Nationalitäten. Seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert verlief hier die Hauptmagistrale des Landes, über die die Könige aus der Dynastie der Jagiellonen zwischen ihren beiden Hauptstädten Wilna und Krakau reisten. Im Wald sind zahlreiche historische Orte verstreut: der Kurort Supraśl mit einem orthodoxen Männerkloster und dem einzigen Ikonenmuseum in Polen. Gródek – eine der ältesten Siedlungen in der Region Białystok – auf das 12. Jahrhundert datiert. Krynki – im 14. Jahrhundert gab es dort einen königlichen Hof, in dem 1434 ein Treffen zwischen dem Wladislaw Jagiełło und Sigismund Kęstutaitis veranstaltet wurde, bei dem die polnisch-litauische Union erneuert wurde. Kruszyniany und Bohoniki – Familienstammsitze der Tataren von Podlasie, mit erhaltenen einzigartigen hölzernen Moscheen. Knyszyn – dort befand sich die Lieblingsresidenz des Königs Sigismund August, bis heute wird dort sein Herz aufbewahrt.

Es gibt hier nicht nur dichte Wälder, sondern auch die Flüsse Supraśl und Sokołda, künstliche Seen, Fischteiche und Sümpfe. Man findet hier außerdem zahlreiche Hügel – der höchste ist Góra św. Jana (St. Johannesberg), ca. 1 Kilometer von der Ortschaft Królowy Most entfernt. Es gibt hier rund 850 Pflanzenarten, darunter viele überaus seltene – mehr als ein Hundert ist vom Aussterben bedroht. Unter den Bäumen dominieren die Kiefern, es wachsen hier aber auch Fichten, seltener Birken und Elchen. Die Heide wird von hunderten Vögel- und Tierarten bewohnt. Zu den letzteren zählt das größte polnische Säugetier – der Wisent. Es gibt auch Hirsche, Rehe, Wildschweine, Wölfe und Füchse.