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Die Erholung in Knyszyner Heide bietet die Möglichkeit, Orte zu entdecken, die mit der Geschichte Polens und der religiösen und kulturellen Vielfalt von Podlasie in Verbindung stehen. Seit Jahrhunderten lebten hier nebeneinander Katholiken, orthodoxe Christen, Muslime und Juden. Das Glockenläuten der orthodoxen Kirchen vermischt sich mit dem der katholischen Gotteshäuser, an muslimischen Feiertagen füllt sich die Moschee in Kruszyniany mit Gläubigen. Ihre Spuren hinterlassen hat auch die jüdische Welt – man findet hier Synagogen bzw. deren Ruinen in Krynki, das Rabbinerhaus in Supraśl sowie Friedhöfe in Gródek, Michałow und Krynki.

Folgt man den historischen Routen durch die Knyszyner Heide, erreicht man die Ortschaft Kopna Góra mit dem polenweit größten Friedhof der Gefallenen des Novemberaufstandes von 1830. Die Fans der Geschichte können dabei die Napoleonische Route oder die Route des Januaraufstandes durchwandern, Orte finden, die mit der Schlacht an der Memel im Jahr 1920 oder mit den Kämpfen des Zweiten Weltkriegs in Verbindung stehen. Die Knyszyner Heide hütet zahlreiche Geschichten aus den längst vergangenen Zeiten. Es ist ein Ort vieler Legenden und Volkserzählungen. Um diese kennenzulernen, sollte man am besten eine abendliche Fackelwanderung durch Supraśl mit dem lokalen Geschichtsverein „Szwędaczki Supraskie” unternehmen,  https://pl-pl.facebook.com/pages/category/Tour-Agency/Szw%C4%99daczki-Supraskie-589727264506833/. Supraśl bietet außerdem ein interessantes Angebot an Workshops zum Thema Kräuter von Podlasie und Vorträgen, die von „Moc Podlasia” veranstaltet werden: https://www.facebook.com/Moc.Podlasie/

In Supraśl sollte man unbedingt länger bleiben. Zum Aufenthalt in dieser malerischen Ortschaft mit jahrhundertelanger Geschichte gehören unbedingt:

– ein Besuch im Museum der Ikonen und im Kloster,

– ein Fotoshooting vor dem Buchholtz-Schloss

– ein Spaziergang durch die Straße ul. 3 Maja und die Uferpromenaden am Fluss Supraśl,

– Mittagessen in einem der lokalen Restaurants, die Gerichte der ostpolnischen Küche servieren

Stolz auf seine ihre jahrhundertealte Geschichte ist auch der Ort Krynki. Polnische Könige, die zwischen Krakau und Wilna reisten, machten hier Rast in dem heute nicht mehr erhaltenen Fürstenhof. 1905 wurde hier nach Streiks der lokalen Arbeiterschaft die „Republik von Krynki” ausgerufen. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren mehr als 80 % Einwohner von Krynki Juden. Bei einem Spaziergang durch den Ort sollte man die lokalen Gotteshäuser besuchen: das christlich orthodoxe, das katholische und das jüdische Gotteshaus. Der Kreisverkehr von Krynki ist der größte in der Welt, denn es gehen von ihm gleich 12 Straßen aus! Einen ähnlichen, doch jüngeren Kreisverkehr finden wir nur in Paris.

Denjenigen, die gerne mehr über Krynki erfahren möchten, empfehlen wir als Lektüre:  https://www.facebook.com/search/top/?q=krynki%20-%20historia%2C%20miejsca%2C%20ludzie

Aus Krynki sollte man sich nach Kruszyniany begeben – in ein Dorf, das 1679 vom König Johann III. Sobieski den Tataren verliehen wurde. Bei der Besichtigung der örtlichen Moschee darf man nicht vergessen, im Vorhof des Gotteshauses die Schuhe auszuziehen. Der Fremdenführer lädt die Besucher zu einem kurzen Vortrag über die Geschichte der tatarischen Siedler in Polen und über die Säulen des Islam ein. In der unmittelbaren Nachbarschaft der Moschee befindet sich der muslimische Friedhof, genannt Mizar, gelegen auf einer kleinen, vom Wald umgebenen Anhöhe. In Kruszyniany kann man auch das Bildungs- und Kulturzentrum der Polnischen Tataren mit einem Museumsraum besichtigen. Ein Ort, der diese Ortschaft berühmt gemacht hat, ist „Tatarska Jurta”, ein Restaurant mit Spezialitäten der tatarischen Küche.

In Kruszyniany muss man unbedingt die nahgelegene Ökumenische Route besuchen, die mit dem Ökumenischen Berg endet. Auf dem Berg befinden sich ein katholisches und ein orthodoxes Kreuz sowie ein Stein mit dem muslimischen Halbmond. Die Route veranschaulicht die religiöse Vielfalt von Podlasie. Sie verläuft durch Feldwege in der Nähe von Zalew Ozierański. Man kann den Spaziergang zu Fuß unternehmen oder einen Pferdewagen mieten.

Bei einer Wanderung in der Umgebung von Krynki und Kruszyniany empfehlt sich auch ein Besuch in Grzybowszczyzna, wenn man sich dort etwas tiefer in den Wald begibt, findet man dort den einstigen Wirkungsort des selbsternannten Propheten Ilija, der dort vor dem Zweiten Weltkrieg lebte. Auf den Tafeln zwischen den Bäumen befinden sich die wichtigsten Informationen über die drei monotheistischen Weltreligionen.

In den zahlreichen Dörfern und Kleinstädten der Knyszyner Heide kann man orthodoxe Kirchen und Friedhöfe besuchen. Man sollte einfach an die Tür eines der orthodoxen Pfarrhäuser klopfen und fragen, ob man in der Kirche eine Kerze anzünden darf. Eine besonders schmücke orthodoxe Kirche befindet sich in Łaźnie in der Nähe von Supraśl. Folgt man der Route der orthodoxen Kirchen, sollte man auch Gródek, Samogród, Ostrów Północny oder Jurowlany besuchen.

Die Sehenswürdigkeiten der Knyszyner Heide umfassen auch katholische Kirchen: etwa die malerisch gelegene Pfarrei in Szudziałowo oder in Czarna Wieś Kościelna.

Spuren der längst vergangenen Zeiten findet man in der Geschichte der Adelsfamilien, deren Gutshöfe und Besitztümer in der Region der Knyszyner Heide lagen. In Krynki stand einst das Adelshaus der Familie De Virion und in der nahgelegenen Ortschaft Górka der Gutshof der Familie Daszkiewicz.

Im Bereich der Knyszyner Heide finden wir auch Reste von hölzernen Windmühlen, etwa in den Orten Minkowce und Malawicze Dolne.